Nicht jedes Paket passt in einen Standard-Karton. Ob Fahrrad, Möbelstück, Ski oder großer Bildschirm – wenn Ihr Versandgut die normalen Maximalmaße oder das Höchstgewicht der Paketdienste überschreitet, gilt es als Sperrgut. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie in Österreich haben und was der Versand von sperrigen Gegenständen kostet.
Was gilt als Sperrgut?
Als Sperrgut gelten Pakete, die die Standard-Maximalmaße oder das Maximalgewicht eines Paketdienstes überschreiten. In der Regel betrifft das Sendungen mit:
- Überlänge: Pakete mit einer Seite über 120 cm (z.B. Ski, Surfbretter, Gardinenstangen).
- Übergewicht: Pakete über 31,5 kg (bei manchen Anbietern über 40 kg).
- Unregelmäßige Form: Gegenstände wie Reifen, Fahrräder oder Möbel, die nicht in einen rechteckigen Karton passen.
Maximalmaße der Paketdienste
Bevor Sie eine Spedition beauftragen, prüfen Sie, ob Ihr Paket noch bei einem regulären Paketdienst aufgegeben werden kann. GLS akzeptiert die größten Pakete:
| Anbieter | Max. Gewicht | Max. Maße | Sperrgut-Zuschlag |
|---|---|---|---|
| GLS | 40 kg | 200 cm Länge, 80 cm Breite | auf Anfrage |
| DPD | 31,5 kg | 175 cm Länge, 300 cm Gurt | ab 5 € |
| Hermes | 31,5 kg | 120 cm längste Seite | ab 4 € |
| Österreichische Post | 31,5 kg | 100 × 60 × 60 cm | nicht vorgesehen |
Tipp: GLS für große Pakete
GLS akzeptiert Pakete bis 200 cm Länge und 40 kg – deutlich mehr als alle anderen Anbieter. Für lange Gegenstände wie Ski oder Gardinenstangen ist GLS oft die einzige Option beim regulären Paketversand.
Lieferoptionen für Sperrgut im Vergleich
Bei Sperrgut-Lieferungen gibt es verschiedene Servicelevel, die sich in Preis und Komfort stark unterscheiden:
- Bordsteinkante: Die günstigste Option. Die Ware wird bis zur Haustür oder Bordsteinkante geliefert. Das Tragen in die Wohnung müssen Sie selbst organisieren.
- Aufstellort: Die Ware wird in den Raum Ihrer Wahl getragen und dort abgestellt. Ideal für schwere Geräte wie Waschmaschinen.
- Montage: Premium-Service mit Aufbau und Anschluss. Wird häufig bei Möbeln und Elektrogeräten angeboten.
Alternativen für Sperrgut
Wenn Ihr Paket bei keinem Paketdienst aufgegeben werden kann, bleiben diese Alternativen:
- Speditionen: Für Möbel und schwere Gegenstände über 40 kg bieten Speditionen wie Gebrüder Weiss oder DB Schenker Lösungen. Die Kosten liegen typischerweise bei 50–200 € je nach Entfernung und Gewicht.
- Möbel-Versand: Spezialanbieter wie der Hermes Einrichtungsservice liefern Möbel bis in die Wohnung und bieten auf Wunsch Montage an.
- Click & Collect: Manche Händler bieten die kostenlose Abholung im Geschäft an – das spart die gesamten Versandkosten.
Tipps für den Sperrgut-Versand
Die 5 wichtigsten Tipps
1. Messen Sie Ihr Paket genau aus (Länge × Breite × Höhe) und wiegen Sie es. 2. Vergleichen Sie Paketdienst- und Speditionspreise – bei sehr großen Gegenständen kann eine Spedition günstiger sein. 3. Polstern Sie sperrige Gegenstände besonders gut – sie sind anfälliger für Transportschäden. 4. Nutzen Sie den Gurtmaß-Trick: Gurtmaß = Länge + 2 × Breite + 2 × Höhe. 5. Prüfen Sie, ob der Empfänger die Lieferung annehmen kann – Sperrgut erfordert oft persönliche Anwesenheit.
Häufig gestellte Fragen
Verpackungstipps für Sperrgut
Die richtige Verpackung ist bei Sperrgut besonders wichtig, da große und schwere Gegenstände anfälliger für Transportschäden sind. Hier die wichtigsten Regeln:
- Stabile Kartons oder Holzkisten: Verwenden Sie doppelwandige Wellpappe oder Holzkisten für schwere Gegenstände. Ein einfacher Karton reicht bei Gewichten über 15 kg nicht aus.
- Ecken und Kanten schützen: Bringen Sie Kantenschutz aus Schaumstoff oder Karton an allen Ecken an. Gerade bei Möbeln und Elektronik sind die Ecken die verwundbarsten Stellen.
- Stretchfolie für unregelmäßige Formen: Wickeln Sie unregelmäßig geformte Gegenstände wie Fahrräder oder Stühle in Stretchfolie ein, bevor Sie sie in den Karton legen.
- Verstärktes Klebeband: Verwenden Sie breites Paketklebeband (mindestens 50 mm) und kleben Sie alle Nähte mindestens doppelt. Bei schweren Paketen empfiehlt sich zusätzlich Umreifungsband.
Kosten für den Sperrgut-Versand
Die Kosten für Sperrgut hängen stark von Größe, Gewicht und Versandart ab. Hier eine grobe Orientierung für den Versand innerhalb Österreichs:
| Versandart | Gewicht/Größe | Kosten ca. |
|---|---|---|
| Paketdienst (GLS) | Bis 40 kg, max. 200 cm | 15–25 € |
| Paketdienst + Sperrgut-Zuschlag | Übermaße, bis 31,5 kg | 20–35 € |
| Spedition (Bordsteinkante) | Bis 100 kg | 50–120 € |
| Spedition (Aufstellort) | Bis 100 kg | 80–180 € |
| Spedition (inkl. Montage) | Bis 100 kg | 120–300 € |
Sperrgut richtig verpacken: Schritt für Schritt
Die richtige Verpackung entscheidet darüber, ob Ihr Sperrgut sicher am Ziel ankommt. Gerade bei großen und schweren Sendungen ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich.
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1
Originalverpackung nutzen
Wenn möglich, verwenden Sie die Originalverpackung des Herstellers. Diese ist optimal auf das Produkt abgestimmt und bietet den besten Schutz während des Transports.
-
2
Stabile Außenverpackung wählen
Verwenden Sie doppelwandige Kartons oder spezielle Sperrgut-Kartons. Bei Möbeln eignen sich Möbeldecken oder Luftpolsterfolie als äußerer Schutz.
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3
Empfindliche Teile sichern
Ecken und Kanten sollten mit Kantenschutz versehen werden. Glasflächen benötigen eine zusätzliche Polsterung mit Schaumstoff oder Luftpolsterfolie. Bewegliche Teile wie Schubladen oder Türen müssen fixiert werden.
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4
Hohlräume ausfüllen
Füllen Sie alle Hohlräume mit Füllmaterial aus – Packpapier, Styropor-Chips oder Luftkissen verhindern, dass der Inhalt während des Transports verrutscht.
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5
Korrekt beschriften
Bringen Sie den Paketschein gut sichtbar an einer glatten Fläche an. Bei zerbrechlichem Inhalt kleben Sie zusätzlich einen Vorsicht-Glas-Aufkleber auf alle Seiten. Kennzeichnen Sie auch die Oberseite mit Oben-Pfeilen.
Häufige Fehler beim Sperrgut-Versand
Vermeiden Sie diese typischen Fehler, die zu Beschädigungen oder Rücksendungen führen können:
- ⚠️ Gewichtslimits ignorieren: Jeder Paketdienst hat andere Maximalgewichte. Überschreiten Sie diese, wird die Annahme verweigert oder es fallen hohe Zuschläge an.
- ⚠️ Gurtmaß nicht berechnen: Das Gurtmaß (Länge + 2x Breite + 2x Höhe) ist oft entscheidender als die Einzelmaße. Messen Sie vor dem Versand genau nach.
- ⚠️ Falsche Versicherungssumme: Sperrgut ist oft wertvoll. Prüfen Sie die Standardhaftung Ihres Paketdienstes und schließen Sie bei Bedarf eine Zusatzversicherung ab.
- ⚠️ Unzureichende Polsterung: Speziell bei elektronischen Geräten oder Möbeln mit Glasteilen ist eine doppelte Polsterung empfehlenswert.
- ⚠️ Keinen Abholservice nutzen: Schwere Pakete selbst zur Filiale zu bringen ist mühsam. Die meisten Paketdienste bieten Abholservice direkt von der Haustür.
Spartipp
Vergleichen Sie unbedingt die Preise verschiedener Anbieter. Bei Sperrgut können die Unterschiede zwischen den Paketdiensten erheblich sein – teilweise bis zu 50% Preisdifferenz für die gleiche Sendung. Nutzen Sie unseren Tarifrechner für einen schnellen Überblick.