Rund 93 von 100 Sendungen passen laut Post in eine Empfangsbox der Größe L-Plus. Trifft der Zusteller niemanden an, legt er das Paket dort ein, und im Briefkasten liegt statt der Abholkarte für die Filiale eine Benachrichtigung mit Barcode, die das Fach öffnet. Die Box hat aber drei Eigenheiten, die vor dem Kauf klar sein sollten: Sie gehört dem ganzen Haus und nicht einer Wohnung, sie nimmt nur Sendungen auf, die die Post zustellt, und ob ein Paket mit dem Einlegen als zugestellt gilt, hängt davon ab, wer der Box zugestimmt hat.
So öffnen Sie die Box
Die Post Empfangsbox ist ein Kasten aus mehrfach gefalztem Stahl, der fest mit dem Untergrund verschraubt wird. Weitere Anschlüsse braucht er nicht: Die Box läuft mit Batterie, und die tauscht bei Bedarf die Post. Geöffnet wird sie über ein RFID-Schließsystem, das erst durch die Benachrichtigung des Zustellers freigeschaltet wird. Die Box ist immer nur für einen Empfänger gleichzeitig belegt.
- 1Den Barcode der Benachrichtigung fest gegen den Knopf drücken, bis die Box entsperrt.
- 2Öffnen und die Sendung sofort herausnehmen. Ein zweites Öffnen später ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Wer nur nachsehen will, was drin ist, hat seine Chance damit verbraucht.
- 3Die Benachrichtigung in die Box legen und die Tür schließen.
Wie lange ein Paket in der Box wartet, steht auf der Benachrichtigung. Die Post nennt in ihren FAQ mindestens 14 Kalendertage, Versandhändler können aber eine kürzere Lagerfrist von 5 Werktagen festlegen. Holt niemand ab, gilt das Paket nach den AGB Paket Österreich als unzustellbar und geht an den Absender zurück.
Was die Box kostet
Die Post bietet derzeit nur die Größe L-Plus an, in zwei Ausführungen. Montage und Umsatzsteuer sind im Preis enthalten, die Farben Weiß und Grau kosten gleich viel (Stand Oktober 2026):
| Ausführung | Maße H/B/T | Preis inkl. Montage |
|---|---|---|
| Innen, etwa im Stiegenhaus | 680 x 490 x 280 mm | 209,00 Euro |
| Außen, überdacht oder frei | 715 x 493 x 322 mm | 239,00 Euro |
Gedacht ist die Box als Anschaffung für ein ganzes Haus. Die Post empfiehlt eine Box je 12 Hausparteien und rechnet selbst mit 20 Haushalten vor, dass jeder davon einmalig 10,45 Euro zahlt. Wie stark der Preis von der Zahl der Parteien abhängt, zeigt die Aufteilung:
| Parteien pro Box | Innen, je Partei | Außen, je Partei |
|---|---|---|
| 6 | 34,83 Euro | 39,83 Euro |
| 12 | 17,42 Euro | 19,92 Euro |
| 20 | 10,45 Euro | 11,95 Euro |
| 30 | 6,97 Euro | 7,97 Euro |
Eigene Rechnung auf Basis der Post-Preise, einmalige Kosten ohne laufende Gebühren.
Laufende Kosten nennt die Post keine. Unter Umständen kostet die Box gar nichts: Hat ein Wohnhaus genug Wohnungen, kann die Hausverwaltung bei der Post eine Gratis-Empfangsbox anfragen. Diese Boxen sind immer gelb. Ab wie vielen Wohnungen das gilt, steht auf der Post-Website nicht, die Hausverwaltung erfährt es über die Hotline 0800 010 100.
Wer die Box bestellen darf
Mieter können die Box nicht auf eigene Faust kaufen. Der Bestellschein ist ein Vertrag zwischen der Post und der Wohnungseigentümergemeinschaft oder dem Hauseigentümer, und wer bestellt, bestätigt mit der Unterschrift, dass er die Montage an dieser Adresse veranlassen darf. Im Mietshaus läuft der Weg also über Vermieter oder Hausverwaltung, im Eigentumshaus über die Gemeinschaft.
Gekauft wird das Metallgehäuse samt Schließsystem, es geht mit der Übergabe ins Eigentum des Hauses über. Die Software, die das Schloss steuert, bleibt Eigentum der Post und wird nur lizenziert. Nach vollständiger Bezahlung montiert die Post innerhalb von 30 Tagen. Auf dem Bestellschein steht dafür eine Kontaktperson vor Ort, die einen Termin mit dem Montagepersonal vereinbart.
Eine Regel überrascht manche Eigentümergemeinschaft: Die Box lässt sich nicht auf einzelne Bewohner beschränken. Die Post darf an jeden einlegen, der an dieser Adresse oder Stiege wohnt, auch an jene, die gegen die Anschaffung waren.
Welche Paketdienste die Box beliefern
Nur die Post. Das Schließsystem gehört ihr, und ihre Zusteller schalten das Fach frei. Pakete von DPD, GLS, Hermes oder den Lieferpartnern von Amazon landen laut Post erst dann in der Empfangsbox, wenn die Post sie über AllesPost übernommen hat. Was die Post für andere zustellt, kommt dagegen hinein, etwa DHL-Pakete aus Deutschland, die in Österreich die Post ausliefert, wie der Ratgeber Wo ist mein Paket? zeigt.
Wer möchte, dass auch die Pakete anderer Dienste in der Box landen, kann sie über AllesPost umlenken. Dabei bestellt man an eine eigene Adresse in einem Logistikzentrum der Post, von dort stellt die Post zu, mit allen ihren Empfangsoptionen einschließlich Empfangsbox. Die Tarife (Stand Oktober 2026):
- AllesPost Standard: 2,90 Euro im Monat für 5 Sendungen
- AllesPost Premium: 5,90 Euro im Monat ohne festes Limit, die Post rechnet mit etwa 15 Paketen bei privatem Eigenbedarf
Gezählt werden nur Pakete, die die Post von anderen Transportunternehmen übernimmt, beide Tarife sind jederzeit kündbar. Ausgeschlossen sind unter anderem Sendungen über 31,5 Kilo, Waren über 510 Euro Wert, Einschreiben und alles, wofür beim Zusteller Geld fällig wird, etwa Nachnahme oder Zoll.
Was nicht in die Box kommt
Die rund 7 Prozent der Sendungen, die die Post nicht einlegt, sind entweder zu groß oder mit einer Gebühr belastet, zum Beispiel Zoll. Solche Pakete hinterlegt die Post wie gewohnt in der Post-Geschäftsstelle. Was bei Bestellungen aus Drittländern an Abgaben anfällt, steht im Ratgeber zu den Zollgebühren beim Paketversand.
Ausgenommen sind außerdem RSa- und RSb-Briefe, also Behördenbriefe mit Zustellnachweis. Gewöhnliche Briefe und Einschreiben dürfen dagegen hinein.
Gilt das Paket mit dem Einlegen als zugestellt?
Für Online-Bestellungen ist das die Frage, wer bei einem Verlust zahlt. Nach § 7b Konsumentenschutzgesetz geht das Risiko erst auf den Käufer über, wenn die Ware an ihn oder an einen von ihm bestimmten Dritten abgeliefert ist, der nicht der Beförderer ist. Ob eine Empfangsbox so ein bestimmter Ort ist, hat die Internet Ombudsstelle im Oktober 2025 nach der Wohnsituation unterschieden:
| Wohnsituation | Risiko nach dem Einlegen |
|---|---|
| Einfamilienhaus, Box selbst bestellt | beim Käufer, wie bei einer Abstellgenehmigung |
| Eigentumswohnung, Box per Mehrheitsbeschluss | wohl beim Käufer, auch wer dagegen gestimmt hat |
| Mietwohnung, Box vom Eigentümer bestellt | beim Online-Shop, die Zustimmung des Vermieters zählt nicht für den Mieter |
Das ist die Einschätzung einer Schlichtungsstelle, kein Urteil. Für Mieter ist sie trotzdem ein brauchbares Argument: Fehlt ein Paket aus der Box, muss der Shop beweisen, dass es abgeliefert wurde, und der Nachweis des Einlegens reicht dafür nach Ansicht der Ombudsstelle meist nicht. Ansprüche gegen den Paketdienst selbst kann nur der Absender stellen. Wie die Reklamation abläuft und wann die kostenlose Schlichtung der RTR hilft, steht im Ratgeber zu verlorenen und beschädigten Paketen.
Für welches Haus sich die Box rechnet
In einem Haus mit 12 oder mehr Parteien kostet die Box jede Wohnung weniger als 20 Euro, einmalig. Wer regelmäßig bestellt und tagsüber nicht daheim ist, spart sich damit jede Fahrt zur Filiale, die bei Post-Sendungen sonst fällig wäre. Bei sechs Parteien sind es schon fast 40 Euro für die Außenvariante, und ob sich das lohnt, hängt an der Entfernung zur nächsten Abholstelle. Ende 2025 gab es in Österreich laut Post Monitor der RTR rund 6.860 Paketboxen, mehr als doppelt so viele wie ein Jahr davor. Liegt eine davon in Gehweite, erfüllt eine Wunsch-Poststation denselben Zweck ohne Anschaffung. Wie die Abholstationen funktionieren und wie lange sie Pakete aufheben, steht im Ratgeber zu Paketshop und Abholstation.
Klar unterlegen ist die Box für alle, deren Pakete überwiegend mit DPD, GLS oder Hermes kommen. Dann hilft sie nur zusammen mit AllesPost, und zur einmaligen Anschaffung kommen 34,80 Euro im Jahr für den kleinen Tarif.